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OOH-Lexikon A–Z

Die Sprache der Außenwerbung – von klassischen Formaten bis zu digitalen und programmatischen Begriffen. Umfassend, kompakt und verständlich erklärt.

Out-of-Home hat sich vom analogen Plakat zur datengetriebenen Mediaplattform entwickelt. Dieses Lexikon erklärt die zentralen Begriffe beider Welten – von Affichenpapier und Dekadenplan bis zu DSP, Programmatic und Dynamic Creative Optimization.

91 Begriffe
A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T V W Z
A
Ad Context Protocol (AdCP)
Anbieterunabhängiges Open-Web-Protokoll als gemeinsame Sprache zwischen KI-Agenten und Werbeinfrastruktur (DSPs, SSPs, Adserver). Ermöglicht KI-gestützte, plattformübergreifende DOOH-Buchung.
Ad Exchange
Technologische Plattform, die Angebot und Nachfrage im programmatischen Handel zusammenbringt – Schnittstelle zwischen SSP (Angebot) und DSP (Nachfrage), inkl. Auktionslogik.
Ad Recall / Werbeerinnerung
Anteil der Personen, die sich nach Kontakt an eine Werbung erinnern. Zentrale Wirkungskennzahl der Werbewirkungsforschung.
Affichenpapier
Spezielles, nassfestes Papier für die Plakatierung. Wird an Plakatwänden und Litfaßsäulen verleimt, meist mit bedruckter Rückseite zur Verbesserung der Opazität.
Allgemeinstelle
Klassischer, breit gestreuter Plakatanschlag (ab 1/1-Format) an Straßen und Plätzen. Meist nur in Netzen buchbar. Für flächendeckende Präsenz.
Ambient Media
Werbeformen in der direkten Lebenswelt der Zielgruppe – Gastronomie, Fitnessstudios, Hochschulen, Wochenmärkte. Hohe Kontaktqualität in affinem Umfeld.
Anschlagunternehmen
Unternehmen, das Plakatflächen betreibt, vermarktet und die Plakatierung (Klebung) organisiert.
Attention / Aufmerksamkeit
Zunehmend gemessene Kennzahl für die tatsächliche visuelle Zuwendung zu einem Werbeträger. Aufmerksamkeit ist der KPI, der am stärksten auf OOH reagiert.
Audience-based Buying
Buchung nach Zielgruppen statt nach reinen Standorten. Kampagnen werden auf definierte Nettoreichweiten-Ziele innerhalb einer Zielgruppe geplant.
Augmented Reality (AR)
Erweiterung realer OOH-Motive um digitale Inhalte via Smartphone. Studien zeigen deutlich gesteigerte Werbeerinnerung durch interaktive AR-Erlebnisse.
B
Belegungsdauer
Zeitraum, in dem ein Werbeträger belegt wird. Bei CLP meist ab 7 Tagen, bei Riesenpostern ab 28 Tagen – medien-, städte- und anbieterabhängig.
Belegungsdichte / Belegungsquote
Verhältnis der Plakatflächen zur Einwohnerzahl (z. B. 1:3.000). Entscheidend für die Durchschlagskraft einer Kampagne, besonders in Großstädten.
Bid Request
Anfrage im programmatischen Einkauf: Wird ein digitaler Screen frei, sendet die SSP eine Anfrage an DSPs, die in Echtzeit auf den Werbeplatz bieten.
Blowup / Riesenposter
Großformatige Fassaden- und Gerüstwerbung (bis mehrere tausend m²), per Digitaldruck auf Vinylnetze gedruckt. Landmark-Charakter, hohe Fernwirkung.
Bogenformat
Traditionelle Maßeinheit für Plakatgrößen. Ein Bogen (1/1) misst ca. 59 × 84 cm; gängige Formate wie 18/1 (Großfläche) leiten sich daraus ab.
Brand Safety
Schutz der Marke vor unpassenden Umfeldern. OOH bietet naturgemäß hohe Brand Safety, da Flächen und Screens kontrolliert und bekannt sind – kein Fake-Traffic.
C
City-Light-Board (CLB)
Beleuchtetes Großformat (18/1, ca. 356 × 252 cm), oft als hinterleuchtetes Wechselplakat (Mega-Light). Hohe Sichtbarkeit an Hauptverkehrsstraßen.
City-Light-Poster (CLP)
Beleuchtetes 4/1-Format (ca. 119 × 175 cm) an Haltestellen, in Fußgängerzonen und Stationen. Netzbelegung ab 7 Tagen, meistgenutztes Stadtformat.
City-Light-Säule (CLS)
Beleuchtete, teils rotierende Werbesäule im Fußgängerbereich mit mehreren Flächen. 360°-Wirkung an frequenzstarken Standorten.
City-Star-Board
Beleuchtete Großfläche (18/1) auf 2,50 m hohem Monofuß, frontal zur Blickrichtung an stark frequentierten Plätzen. Dekadenweise buchbar.
Connected TV (CTV)
Über das Internet ausgespieltes Fernsehen. Wird zunehmend mit Programmatic DOOH kombiniert, um Reichweite zu Hause und unterwegs zu verbinden.
CONTUR
Bewertungsverfahren für Großflächen: Lage, Platzierung, Umfeld und geschätzte Passantenfrequenz fließen in einen Qualitäts-Punktwert ein (vgl. G-Wert, OSCAR).
CPM / TKP
Cost per Mille bzw. Tausend-Kontakt-Preis: Kosten für 1.000 Werbekontakte. Standard-Effizienzkennzahl zum Medienvergleich; im Programmatic die Abrechnungseinheit.
D
Dauerwerbung
Werbung, die nicht wechselnd im Dekadenplan belegt, sondern über längere Zeiträume fest installiert bleibt.
DCO (Dynamic Creative Optimization)
Motive werden in Bausteine (Bild, Text, Preis, CTA) zerlegt und in Echtzeit nach Kontext (Wetter, Uhrzeit, Ort, Ereignis) zur passenden Version kombiniert.
Dekade
Klassischer Belegungszeitraum von abwechselnd 10 oder 11 Tagen. Das Jahr umfasst 34 Dekaden nach einem einheitlichen Dekadenplan.
Dekadenplan
Jährlich einheitlich festgelegter Terminplan mit 34 Dekaden, der die möglichen Belegungszeiträume der Plakatwerbung angibt.
Demografische Merkmale
Personenbeschreibende Merkmale (Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen) als Grundlage der Zielgruppen-Selektion in der Mediaplanung.
DOOH
Digital-out-of-Home – Werbung auf digitalen Bildschirmen im öffentlichen Raum, mit Bewegtbild und flexibler zeitlicher Steuerung. Wachstumsmotor der Gattung.
DSP (Demand-Side-Platform)
Plattform, über die Werbungtreibende Programmatic-DOOH-Inventar automatisiert und datenbasiert einkaufen. Eine eigene DSP ermöglicht anbieterneutrale Aussteuerung.
E
Einzelbuchung / Einzelselektion
Gezielte Buchung einzelner, ausgewählter Standorte (v. a. Großflächen) statt netzweiter Streuung – für standort- und umkreisgenaue Kampagnen.
Ersatzplakate
Zusätzlich gedruckte Plakate, die bei Beschädigung oder Verschmutzung den Austausch während der Belegung ermöglichen.
F
FAW (Fachverband Aussenwerbung)
Branchenverband der deutschen Außenwerbung. Betreibt u. a. die Werbewirkungsstudie KEY2OOH und stellt Planungs- und Wirkungsdaten bereit.
Footfall
Messung der Passanten- bzw. Ladenbesucherfrequenz. Dient im OOH als Wirkungsnachweis, etwa bei Drive-to-Store-Kampagnen.
Format-Mix
Kombination verschiedener Werbeträger (z. B. Plakat + Public Video) in einer Kampagne, um Reichweite und Frequenz zu optimieren.
Frequenz
Häufigkeit, mit der eine Person innerhalb eines Zeitraums Kontakt mit einem Werbeträger hat (Kontaktdosis).
Frequenzatlas
Datengrundlage zur Passantenfrequenz an Standorten – Basis für die Bewertung von Reichweite und Sichtbarkeit.
G
G-Wert
Kennzahl zur Bewertung der Sichtbarkeit und Qualität einer Großfläche (vgl. CONTUR, OSCAR).
Ganzgestaltung
Vollflächige Gestaltung eines Werbeträgers oder Fahrzeugs (z. B. Bus) durch einen einzigen Werbungtreibenden.
Ganzsäule
Litfaßsäule, die vollständig von einem Werbungtreibenden belegt wird – exklusive Rundum-Präsenz.
Geofencing / Geo-Targeting
Aussteuerung nach geografischen Kriterien – im DOOH digital, im klassischen OOH über Standortselektion im definierten Umkreis.
Great Britain Format / Großfläche
Standard-Plakatformat 18/1 (ca. 356 × 252 cm) – die klassische Plakatwand und das Basisformat der Außenwerbung.
Green GRP
Kennzahl für die CO₂-Effizienz von Werbung. DOOH gilt mit rund 5–6 g CO₂ je 1.000 Kontakte als besonders umweltfreundliches Werbemedium.
GRP (Gross Rating Point)
Bruttoreichweite in Prozent der Zielgruppe, multipliziert mit der Kontaktfrequenz – zentrale Planungskennzahl der Mediaplanung.
Guaranteed / Non-guaranteed Deal
Buchungsarten im Programmatic: Beim Guaranteed Deal ist Inventar fest zugesichert, beim Non-guaranteed Deal wird per Auktion in Echtzeit vergeben.
H
Händlerkampagne
Regional ausgesteuerte Kampagne für einzelne Handelsstandorte, oft mit lokalen Botschaften und Umkreisselektion.
I
In-Store DOOH
Digitale Screens am Point of Sale im Handel (z. B. Supermärkte). Stark wachsendes Segment, das Werbung nah an der Kaufentscheidung platziert.
Infoscreen
Digitaler Screen in Verkehrsstationen und öffentlichen Gebäuden, der Werbung und redaktionelle Inhalte im Wechsel zeigt.
K
KEY2OOH
Werbewirkungsstudie des FAW (seit 2015). Belegt anhand von rund 230.000 Datensätzen den leistungssteigernden Einfluss von OOH auf zentrale KPIs (bis zu 50 %).
Klebeblock
Einteilung der Standorte in Blöcke (A, B, C) zur Organisation der Kleberouten und gleichmäßigen Auslastung der Plakatkleber.
Kontaktchance (OTS)
Opportunity to See – die theoretische Möglichkeit, dass eine Person die Werbung wahrnimmt. Grundlage der Reichweitenberechnung.
Konvergenz
Verzahnung von OOH/DOOH mit digitalen Kanälen (Mobile, Social). Ein OOH-Kontakt wird später online wieder aufgegriffen und verstärkt die Wirkung.
L
Litfaßsäule
Historische, zylindrische Plakatsäule – bis heute prägnanter Werbeträger im Fußgängerbereich.
M
MA Plakat / ma OOH
Media-Analyse für Außenwerbung – die Reichweitenwährung der Gattung in Deutschland. Grundlage für Planung und Vergleich von OOH-Kampagnen.
Mega-Light
Hinterleuchtetes, oft wechselndes Großplakat (18/1) mit besonders hoher Leuchtkraft und Aufmerksamkeit.
Mobile Media
Mobile Werbeträger wie Trafficboards, Werbefahrräder, Vans oder Scooter, die sich durch das Stadtgebiet bewegen.
MoWaS
Modulares Warnsystem – DOOH-Anlagen sind teils angebunden und verbreiten im Katastrophenfall Warnmeldungen. Unterstreicht die Systemrelevanz digitaler Screens.
N
Nettoreichweite
Anteil der Zielgruppe, der mindestens einen Kontakt mit der Kampagne hatte – ohne Mehrfachzählung von Personen.
Netzbelegung
Buchung eines ganzen Standortnetzes für breite, gleichmäßige Streuung in einer Stadt oder Region – ideal für Reichweitenkampagnen.
O
Omnichannel
Verzahnte Aussteuerung über mehrere Kanäle hinweg. Programmatic DOOH lässt sich mit Display, Video und Paid Social in einem Mediamix bündeln.
OOH
Out-of-Home – Sammelbegriff für alle Werbeformen außerhalb des Zuhauses (Außenwerbung), analog wie digital.
Opazität
Lichtundurchlässigkeit des Plakatpapiers. Hohe Opazität verhindert das Durchscheinen des Untergrunds und sichert brillante Farben.
OSCAR
Bewertungssystem für die Qualität und Sichtbarkeit von Werbeträgern (vgl. CONTUR, G-Wert).
P
Plakatseher pro Stelle (PpS)
Kennzahl für die durchschnittliche Zahl der Personen, die eine bestimmte Plakatstelle sehen – Basis der Reichweitenbewertung.
POS (Point of Sale)
Der Ort des Kaufs. Werbung am oder nahe dem POS (z. B. In-Store DOOH) wirkt unmittelbar auf die Kaufentscheidung.
Posttest
Wirkungsforschung nach einer Kampagne zur Messung von Erinnerung, Bekanntheit und Werbewirkung.
Pretest
Test von Werbemitteln vor dem Kampagnenstart zur Optimierung von Motiv und Botschaft.
Priming
Wirkprinzip, bei dem OOH physische Präsenz und Vertrauen aufbaut und so die Wirkung späterer Kontakte (z. B. am Smartphone) erhöht.
Programmatic DOOH (prDOOH)
Automatisierte, datengesteuerte Buchung digitaler Screens in Echtzeit über DSPs – nach Ort, Zeit, Wetter und Zielgruppe. Flexibel und während der Laufzeit optimierbar.
Proof
Verbindliche Farb- und Motivvorlage zur Kontrolle vor dem Druck der Plakate.
Public Video
Digitale Bewegtbild-Screens im öffentlichen Raum (Stationen, Malls, City) – der klassische DOOH-Werbeträger großer Vermarkter.
Q
QR-Code
Auf Plakaten und Screens platzierter Code, der den direkten Sprung vom physischen Werbeträger ins Digitale (Website, Aktion) ermöglicht.
R
Reichweite
Anteil der Zielgruppe, der mindestens einen Kontakt mit der Kampagne hatte (Netto-Reichweite).
Roadside
OOH-Standorte entlang von Straßen und Wegen – von der Großfläche bis zur digitalen Straßenrand-Fläche.
ROI / ROE
Return on Investment (ökonomische Effizienz) bzw. Return on Environment – neuere Kennzahl, die den ökologischen Wirkungsgrad einer Kampagne bewertet.
S
Sichtbarkeit / Viewability
Sichtbarkeitsrate eines Werbeträgers – im DOOH als messbare Metrik zunehmend Grundlage der Abrechnung.
Slot / Spot
Einzelner Ausspielplatz auf einem digitalen Screen. DOOH-Spots dauern meist rund 10 Sekunden und rotieren mit anderen Motiven.
Sondernutzungserlaubnis
Behördliche Genehmigung für die Nutzung öffentlichen Raums durch Werbeträger – Teil der rechtlichen Rahmenbedingungen im OOH.
SSP (Supply-Side-Platform)
Plattform, über die OOH-Vermarkter ihr digitales Inventar für den programmatischen Einkauf bereitstellen.
Standort
Konkrete Position eines Werbeträgers. Lage, Umfeld und Frequenz bestimmen maßgeblich Preis und Wirkung.
Stationsmedien
Werbeträger in Bahnhöfen, U-Bahn-Stationen und Flughäfen – hohe Verweildauer und Frequenz.
Streuplan
Übersicht über die geografische und zeitliche Verteilung der gebuchten Werbeträger in einer Kampagne.
T
Targeting
Zielgerichtete Aussteuerung nach Kriterien wie Ort, Zeit, Wetter oder Zielgruppen-Kontext – zentrale Stärke von Programmatic DOOH.
Trafficboard
Werbefläche auf Bussen und Bahnen (4 qm Heck, 9 qm Seite) – mobile Großfläche mit breiter Streuung.
V
Verkehrsmittelwerbung
Werbung auf und in öffentlichen Verkehrsmitteln – von der Teilgestaltung bis zur Vollbeklebung (Ganzgestaltung).
Vollbelegung / Halbbelegung
Belegungsgrade eines Werbeträgernetzes – Vollbelegung nutzt alle verfügbaren Stellen, Halbbelegung einen definierten Anteil.
W
Wallscape
Großflächige Werbung an Hauswänden und Fassaden mit starker Präsenz im Stadtbild.
Wartehalle
Fahrgastunterstand im ÖPNV, häufig mit integrierten CLP-Werbeflächen. Klassischer Standort der Stationswerbung.
Werbemittel
Das eigentliche Motiv bzw. die Botschaft, die auf dem Werbeträger erscheint – z. B. das Plakat oder der Spot.
Werbeträger
Das physische oder digitale Medium, auf dem die Werbebotschaft platziert wird – z. B. Plakatwand, CLP oder Screen.
Z
Zielgruppenaffinität
Maß dafür, wie gut ein Werbeträger die gewünschte Zielgruppe im Vergleich zur Gesamtbevölkerung erreicht.

Begriffserklärungen auf Basis öffentlich verfügbarer Fachquellen der Außenwerbung (u. a. Fachverband Aussenwerbung / FAW), Stand 2025/2026.